Pilotanlage im Praxistest
Das bei der Kohleverbrennung entstehende Rauchgas wird zunächst entstickt, entstaubt und entschwefelt. Es enthält aber immer noch CO2 in geringer Konzentration (ca. 13 Volumenprozent). Bei der so genannten „Nachgeschalteten Rauchgaswäsche" (Post-Combustion-Capture, PCC) wird das Kohlendioxid mit Hilfe von Waschlösungen (Amine oder andere Sorbentien) aus dem Rauchgas gelöst und chemisch gebunden (mit einem Absorbens). In einem zweiten Schritt lässt es sich aus dem Absorbens wieder herauslösen, hoch konzentrieren und einlagern.
Schon Anfang der 90er Jahre hatte Hitachi, Ltd. in Japan Versuche an einer kleinen Anlage zur Rauchgaswäsche durchgeführt. Hitachi Power Europe hat diese Erfahrungen aufgegriffen und eine mobile Pilotanlage zur CO2-Abscheidung entwickelt, die an mehreren Kraftwerksstandorten der Energieversorger E.ON und Electrabel in Deutschland, Holland und Belgien getestet wird.
Die Pilotanlage hat nicht nur den Vorteil, dass sie transportabel und damit unter verschiedenen Bedingungen einsetzbar ist. Sie ist auch auf keine spezielle Wasch-/Aminlösung festgelegt, der Betreiber kann das für ihn am besten geeignete Mittel verwenden. Das Verfahren lässt sich - sobald ein großtechnischer Einsatz möglich ist - auch nachträglich in bestehende Kraftwerksanlagen einbauen. |